arsen„Arsen vergiftet möglicherweise weltweit Millionen Menschen und führt bei vielen auch zum Tod. Eine aktuell in der renommierten Fachzeitschrift "Bone" veröffentlichter Patienten-Fallbericht weist die osteoresorptive (Knochenabbau) Arsenvergiftung als einen bisher unbekannten Mechanismus der chronischen Arsenvergiftung aus", so berichtet die Universität Tübingen. Vieles spricht dafür, dass dies Pferde und Hunde genauso betrifft, wenn auch bisher darüber keine wissenschaftlichen Studien vorliegen.

Symptome

Die Symptome der Arsenvergiftung sind Hauterkrankungen, Anämien, Durchfall, Schilddrüsenerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und wahrscheinlich auch verschiedene Krebserkrankungen, allesamt Krankheitsbilder, die wir auch bei Pferden und Hunden kennen.

Symptome einer akuten Arsenvergiftung bei Tieren sind Kolik, Durchfall, Haut- und Nervenschäden, Kreislaufprobleme und Atemlähmung.

 

Ursachen

Ursache für eine vermehrte Arsenbelastung sind Bergbau, metallverarbeitende Prozesse und Kohleverbrennung. In diesem Zusammenhang muss der Verzehr von arsenhaltigem Reis erwähnt werden, der in arsenhaltigen Böden angebaut und mit arsenhaltigem Wasser bewässert wird. Diese Problematik kann auch für die Fütterung unserer Pferde und Hunde relevant sein; man denke an die Verfütterung von Reiskleie an magere Pferde und die oft empfohlene Reisfütterung der Hunde.

Aufgrund der chemischen Ähnlichkeit von Phosphor und Arsen wird permanent Phosphor im Knochen durch Arsen verdrängt und verstärkt im Knochengewebe angereichert. Dieser Prozess läuft langsam ab und über einen langen Zeitraum. Kommt es dann irgendwann zu einem versstärkten Knochenabbau, einer Knochenresorption, z.B. bedingt durch Vitamin D-Mangel, Vitamin K-Mangel oder auch eine Acidose – wird Arsen relativ schnell in gefährlich großen Mengen freigesetzt und gelangt in die Körperflüssigkeiten. Es kommt zu einer schleichenden Arsenvergiftung.

Vitamin D-Mangel ist bei Pferden u.a. eine Folge fehlenden Sonnenlichtes in den Wintermonaten und bei Hunden einseitiger Ernährung ohne Blut und Innereien. Viele Pferde werden im Winter überwiegend im Stall gehalten, und sie bekommen Raufutter mit geringem Vitamin D-Gehalt, insbes. zu Vit. K-Mangel kommt es vor allem durch einseitige Fütterung. Viele Pflanzen, die reich an Vit. K sind, fehlen heute im Pferdefutter. Das führt nun zusätzlich zu Störungen der Darmflora. Darmbakterien sind aber Produzenten von Vitamin K.

Bei Hunden kommt es zu einem Mangel, wenn auf Innereien verzichtet wird. Man kann einen solchen Mangel daran erkennen, dass sie mit Vorliebe den Kot von Pflanzenfressen fressen. Bei latenter Acidose wird Knochensubstand abgebaut, um Kalzium zur Neutralisierung der Säuren freizusetzen.

Originalpublikation:
Osteoresorptive arsenic intoxication
Sergio Ulhoa Dani; Bone, doi: 10.1016/j. bone. 2013.01.017; 2013

Quellen:
sueddeutsche.de/wissen/gefahr-durch-arsen-gift-im-korn-1.190133
http://literatur.vti.bund.de/digbib_extern/bitv/zi040830.pdf
www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/1792601
www.wasser-wissen.de/abwasser/lexikon/a/arsen.htm