Corona-VirusImmer mehr kommt die Frage auf, ob Tiere sich auch mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren können und dieses Virus womöglich sogar auf den Menschen übetragen können.

Die Meldung, welche bei einem Hund in China das Virus nachgewiesen wurde, hatte sich als Fehlbefund herausgestellt.

Grundsätzlich existieren auch Coronavirus-Infektionen bei Hunden oder Katzen, dabei handelt es sich jedoch um andere Virusarten als bei der aktueller Pandemie.

Diese tierspezifischen Coronaviren führen zu ganz anderen Symptomen und sind außerdem für den Menschen nicht ansteckend. Das canine Coronavirus (CCoV) infiziert Hunde, verläuft meist ohne Symptome oder in einigen Fällen mit Erbrechen und Durchfall. Anders sieht es beim felinen Coronavirus (FCoV) aus. Dieses Virus kann zur potentiell für Katzen tödlichen felinen infektiösen Peritonitis (FIP) führen. Bei den Pferden ist es das Equine Coronavirus (ECoV). 

Jüngste Untersuchungen in den USA, Japan und Europa belegen einen Zusammenhang mit Fieber, Koliken und Durchfällen bei vor allem adulten Pferden. Erkrankungen durch das ECoV treten überwiegend in der kalten Jahreszeit auf (November bis Mai), eine Beteiligung der Atemwege konnte bisher nicht aufgezeigt werden.

Zu den klinischen Symptomen zählen vor allem Anorexie, Lethargie, Fieber und Veränderungen in der Kotkonsistenz. Teils treten auch Durchfälle und milde Koliksymptome auf. Selten wurden neurologische Auffälligkeiten (Ataxie, Depression, Festliegen) beschrieben, diese allerdings sekundär bedingt durch eine Hyperammonämie. Im Blutbild zeigt sich eine Leukopenie (Neutropenie/Lymphopenie) und Hypoalbuminämie.

Infektionen mit dem ECoV scheinen selbstlimitierend zu sein, können allerdings sekundär verkompliziert werden (z.B. Dehydrierung oder Darmverlagerung). Die Übertragung erfolgt vor allem über die faecal-orale Route.

Bei Rindern und Wildwiederkäuern gibt es auch eine Art des Coronavirus. Bovine Coronaviren (BCoV) verursachen enterale und respiratorische Erkrankungen bei Rindern und Wildwiederkäuern. Dazu zählen der Kälberdurchfall, die Winterdysenterie bei adulten Rindern und respiratorische Erkrankungen bei Rindern unterschiedlichen Alters.

Coronaviren beim Schwein (TGE): 

Beim Schwein verursachen Coronaviren die hochkontagiöse, z.T. seuchenhaft verlaufende „transmissible Gastroenteritis“ (TGE). Das TGE-Virus stellt in allen Ländern mit intensiver Schweineproduktion ein wirtschaftliches Problem dar. Einkommensausfälle entstehen in den betroffenen Betrieben durch Ferkelverluste, Wachstumsretention und Minderung der Gewichtszunahmen.

Nach Infektion mit dem porcinen Coronavirus kommt es zu einer lokalen Infektion des Darmtraktes, meist im Jejunum und Ileum. Im weiteren Verlauf kommt es zu einem rapiden Verlust des Zottenepithels. Klinisch zeigt sich dies in einem wässrigen übel­riechenden Durchfall. Die TGE ist eine meldepflichtige Tierkrankheit.

Corona ist eben nicht gleich Corona. 

 

Hier noch ein Videobeitrag zur Erklärung

 

SARS-CoV-2 Infektionsrisiko bei Haustieren